Post

Wir Griechen

In Artikel am 20. Dezember 2011 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Ösien ist ein phantastisches Land, geografisch allgegenwärtig, in seinem Selbstverständnis zwischen Brüssel, Bagdad und Bogota gelegen. Jede Ähnlichkeit dieser Depesche mit realen Ereignissen oder Personen wäre rein zufällig – und durchaus erwünscht.

  Aus Ösien berichtet unser Korrespondent Peter Schöndorfer

Dabei hatte der Tag für Geros Dorfkolos so gut begonnen: In fürstlicher Manier verteilte der Kalif von Karinthos, dem Peloponnes Ösiens, schon nach dem Frühstück 100-Euro-Scheine an die zahllosen Armen auf den Straßen und nahm ein morgendliches Bad in der mittellosen Menge. Danach rief er seinen Leibarchitekten zu sich, um die Pläne für das Karawankenon, die größte Eishalle südlich der Alpen, zu besprechen.

Der Hinweis des verzweifelt dreinblickenden Sekretärs, dass es im ganzen Land kein Geld mehr gäbe für zweifelsohne bedeutende politische Monumentalbauten, verdüsterte Dorfkolos‘ Stimmung augenblicklich. Die nötigen Millionen aus dem Staatssäckel würde er schon auftreiben, notfalls müssten eben Kindergärten zugesperrt, Obdachlose ausquartiert und die Alten zur Kasse gebeten werden. Große Errungenschaften hatten schon immer ihre Opfer gefordert. Und niemand konnte ihm vorwerfen, nicht alle Einsparungsmöglichkeiten in seinem Hofstaat genutzt zu haben: Sogar das Kaffeekochen und Handy-Aufladen in den öffentlichen Krankenhäusern hatte er dem Personal verboten. Aber in seiner Regierung und bei seinen Freunden im Landesparlament zu sparen – nein, das konnte niemand von ihm verlangen; das hieße, die Säulen der Demokratie in Karinthos ins Wanken zu bringen. Den Sekretär, der ihn vor der Staatspleite gewarnt hatte, ließ er in guter Tradition – wie hieß noch dieser geschichtsträchtige Ort? Triathlon oder so ähnlich – kurzerhand köpfen. 

Natürlich könnte er auch noch die landeseigene Bank verkaufen. Oder nein, die war ja schon weg. Übrig waren aber immerhin noch 21 Milliarden Euro an Landeshaftungen. Welch ein Vermögen, dachte Dorfkolos, wir werden darum Bäder, Eishallen, Straßen, den Hafen von Pöräus am Wörthersee und eine U-Bahn in der Landeshauptstadt am Kanal von Klagenth bauen, damit dieses elende Gejammere um die Straßenbahn endlich aufhört. Vielleicht sollte man die Haftungen aber auch noch behalten, bei der hervorragenden Konjunktur würden sie sich sicher satte Renditen abwerfen, vor allem nächstes Jahr.

Dann müssten eben die schönen Seen verscherbelt werden. Doch halt, die hatte man so teuer gekauft, dass sie sich ohne schmerzhaften Verlust wohl nicht wieder losschlagen ließen. Besonders auf den Wörthossee war Dorfkolos stolz, und auf seinen Parteikollegen Skorianzis, der die wundervolle Idee gehabt hatte, mit der Abkühlung des Sees durch die Heizung für das neue Hallenbad einen Beitrag gegen die Erderwärmung zu leisten. Er beschloss, Skorianzis zum nächsten Umweltminister zu ernennen und damit ein Signal für die innovativen politischen Geister in seiner Freiheitspartei zu setzen. Doch auch als Nachfolger für Bildungsminister Scheichos käme er in Frage – falls sich die Gerichte wirklich trauen sollten, diesen einzusperren.

Da kam Dorfkolos die rettende Idee: Das Stadion. Wenn man die unteren Ränge mit Folie abdecken und das so entstehende Becken auffüllen würde, entstünde ein Bad olympischen Ausmaßes, das obendrein im Winter als größte Eishockey-Arena Europas genutzt werden könnte. Vor Dorfkolos‘ innerem Auge liefen Bilder von Sportereignissen bislang ungeahnter Größenordnung ab: Schwimmbewerbe über 100, ja 200 Meter ohne Wende; Eishockey-Weltmeisterschaften, bei denen sämtliche Viertel-, Semi- und Finalspiele gleichzeitig ausgetragen werden konnten. Zufrieden lehnte sich Dorfkolos zurück – das waren Dimensionen, eines Kalifen von Karinthos würdig.

Entspannt und voller Zuversicht unterschrieb er rasch ein paar Aufnahmegesuche von lästigen Bittstellern in den Landesdienst – Blinde hatte er schließlich schon genug in seiner Partei –, die Steuerbefreiungsbescheide auf Lebenszeit für verdiente Spender würde er am Nachmittag abzeichnen. Jetzt musste er zum Mittagessen mit einigen Beamten des ösischen Finanzministeriums. Er freute sich schon auf ihre Mienen, wenn er ihnen eröffnen würde, welche Erfolge seine Regierung in der Budgetsanierung errungen hatte: Nur 140 Millionen Euro neue Schulden würde Karinthos im nächsten Jahr machen, beinahe könnte man von einem Nulldefizit sprechen. Beim Gedanken an eine original-griechische Brennnessel-soupa lief Dorfkolos das Wasser im Mund zusammen.

Das würde ein Kirtaki werden!

Post

Hurricane of Change

In Artikel am 26. August 2011 von wortwerk

Sommer 2011 – Nun finden also alle großen Töchter neben den Söhnen ihren Platz in der ösischen Bundeshymne. Wie wird das den Stolz der geringfügig beschäftigen Regalschlichterin im Supermarkt schwellen lassen, den abendlichen Fußschmerz der alternden Kellnerin lindern und den Zorn der jungen Mutter dämpfen, die nicht arbeiten und Geld verdienen kann, weil kein Kindergartenplatz da ist oder die dringend benötigte Krippe zwei Monate Ferien macht. Selber schuld, wäre die große Tochter der vorhergehenden Generation nicht frühzeitig verschieden oder tät sie näher beim Pamperletsch[1] wohnen, dann könnte ja sie auf die Gschrappen aufpassen, wie kommt denn der Staat dazu.

Im Sommer 2011 ist diese ÖVP-Posse nicht nur ein passables Thema zur Verfüllung des Sommerlochs, sondern wirkt auch als gesellschaftliches Betäubungsmittel – ebenso wie royale Hochzeiten und das Habsburg-Begräbnis – ganz hervorragend zur partiellen Hirnlähmung. Anstatt uns über die Textierung der Bundeshymne zu ereifern und den Niedergang der Monarchie (das war nämlich schon vor beinah hundert Jahren in Folge eines durch und durch ösisch geführten Weltkrieges) zu betrauern, sollten wir uns alle verfügbaren Sorgen über uns, das Hier und Jetzt sowie die nähere wirtschaftspolitische Zukunft machen. Denn ein Veränderungstsunami ungeahnten Ausmaßes rast um die Welt und reißt eine Weltordnung nieder, die seit dem zweiten Weltkrieg dem Planeten Halt und Ordnung gegeben hat: Arm und reich, gut und böse, hinten und vorne, Helden und Schurken, Christen und Moslems – alles und jeder hatte seinen festen Platz. Kein heute Sechzigjähriger, groß geworden in den Wirtschaftswunderjahren, hat bisher erlebt, was uns bevorsteht: Die dramatische Verschiebung gewohnter Gleichgewichte, Aufstieg und Fall ganzer Länder und Nationen, mit unabsehbaren, aber im Zweifel düsteren Aussichten für good old europe.

Eine kurze Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit: In der arabischen Welt brennt nach wie vor die Revolution gegen Jahrtausende alte Strukturen und für mehr Teilhabe an Wohlstand und Modernität. Dass die aufrüttelnden Bilder blutiger Leiber aus den TV-Nachrichten nahezu verschwunden sind, bedeutet nicht, dass keine Menschen mehr an den Gewehrkugeln skurriler Herrscherfiguren und Ausbeuterregime sterben. Man hat sich nur sattgesehen. Dem vorlauten Frankreich geht im Prestigegefecht gegen den völlig jenseitigen Wüstenprinzen Gadafi langsam die Munition aus, die übrigen Staaten Europas, allen voran Deutschland, glänzen mit nobler Zurückhaltung, moralisch wie finanziell. Die wirtschaftliche und budgetäre Situation Griechenland ist eine Realtragödie, in der auch den übrigen Mitgliedern des Club Medwie Portugal, Spanien und Italien noch eine Hauptrolle zukommen könnte.

Foto: www.mostly-vinyl.com

Foto: www.mostly-vinyl.com

Aber was ist das alles gegen den ökonomischen Herzinfarkt der USA? Die Supermacht liegt im Ringstaub und kommt nicht hoch, ausgeknockt wie George Foreman 1974 von einem für chancenlos gehaltenen Muhammad Ali. Die nackten Fakten sind nichts weniger als entsetzlich: Die USA haben 2010 zur Gegenwehr in der selbstverschuldeten weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise fast soviel Schulden angehäuft wie alle anderen Länder der Erde zusammen und dabei ein Loch in der Größe von 1,6 Billionen Dollar in ihren Staatshaushalt gerissen. Zur Verdeutlichung: Hätten Sie jeden Tag seit Christi Geburt eine Million Dollar ausgegeben, wären Sie heute immer noch nicht bei einer Billion. Die Zahl der US-Gesamtschulden beginnt mit 14 und hat danach ebenso viele Stellen, ohne Komma. Das sind 14.000 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwa 10.460 Milliarden Euro. 40 Prozent der Amerikaner arbeiten in McJobs, viele davon in mehreren gleichzeitig, weil sich mit den lächerlichen Löhnen das Leben sonst nicht ausgeht. Deshalb gibt es auch 40 Millionen US-Bürger, die auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen sind – Tendenz: stark steigend. 32 US-Bundesstaaten können keine Arbeitslosengelder mehr auszahlen, und Hausbesitzer sind mit den Raten im Rückstand wie noch nie. Einige können den amerikanischen Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten allerdings weiterträumen, zum Beispiel Topmanager: Lag das Einkommensverhältnis der Spitzenführungskräfte zum durchschnittlichen Arbeiter in der US-Wirtschaft in den fünfziger Jahren bei 30:1, steht es seit dem Jahrtausendwechsel bei 300 bis 500:1. Die Auswirkungen auf die Massenkaufkraft sind tödlich, der stotternde Konsum radiert weitere Arbeitsplätze und mit ihnen ganze Stadtviertel aus wie etwa in der Motown Detroit, die nach der Implosion der US-Autoindustrie in weiten Teilen aussieht wie die Kulisse eines Hollywood-Endzeitepos.

Während Amerika nach Luft ringt und Europa in typischer Manier zögert und zaudert und seine Finanzkrise nicht in den Griff bekommt, stehen auf der andern Seite der Erdkugel Milliarden Asiaten in den Wohnlöchern, um sich endlich ihr Stück vom Kuchen zu holen. Sie sind fleißig, wissbegierig, oft hervorragend ausgebildet, anspruchslos und unverwöhnt. Sie hören ihre Stunde schlagen, damit der Bartl nicht mehr den Most in Europa und den USA, sondern den Reiswein in China und Indien holt. 

Gegen das, was kommt, war der wind of change, der Ende der Achtziger den eisernen Vorhang rund um den Ostblock und die Berliner Mauer hinweggefegt hat und dem die Scorpions ein unvergessliches musikalisches Denkmal gesetzt haben, ein laues Lüfterl. Jetzt rauscht ein Hurrikan der Veränderung heran – wenn Sie können, suchen Sie Schutzräume auf.

PS: Die aus den Medien verdrängte, aber nach wie vor im Gang befindliche Atomkatastrophe in Japan, die Verseuchung der Weltmeere durch unvorstellbare Mengen an Plastikkleinteilen, die ungebremst fortschreitende weltweite Klimavergiftung durch Kohlendioxid, die damit in Zusammenhang stehende Hungersnot in Ostafrika, die neuerlich drohende Weltwirtschaftskrise und den Korruptionssumpf in Österreich habe ich in dieser Depesche nicht erwähnt – sie würde sonst aufgrund ihrer psychisch belastenden Inhalte unter das Jugendschutzgesetz fallen.


[1] Sollte Ihnen der Begriff nicht geläufig sein: Er stammt aus dem Burgenländischen, ist im Osten Ösiens durchaus gebräuchlich, bedeutet Kleinkind und hat über eine Auswanderungswelle in die USA eine der erfolgreichsten Wegwerfwindelmarken der Welt geprägt – Pampers.

Post

Die Stunde des Hazeh

In Artikel am 28. Juni 2011 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: , , ,

Kakanig, Sommer 2011 – Ösien steckt fest. Innere Überzeugung, Entschlossenheit und Strahlkraft der herrschenden politischen Eliten reichen nicht aus, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, der mittlerweile bis weit über die Achsen reicht. Vom Kutschbock werden die beschwichtigenden Rufe, wonach alles in bester Ordnung sei, lauter; und die Versuche, den klapprigen Gäulen in dem zum Zerreißen gespannten Geschirr die Peitsche zu geben, fahriger. Auf der Pritsche, wo das Volk lebt, macht sich langsam Unruhe breit: Die Hoffnung, noch einmal auf den rechten Weg zurückzukehren, schwindet. Ob es da noch etwas nützt, die Schwächsten vom Karren zu stoßen?

Es stimmt: Andere Karren sitzen noch viel tiefer im Morast. Die Sünden der Vergangenheit – schwache Politik, überbordende Bürokratie, ausufernde Defizite – lassen Griechenland, Portugal und Irland nicht los und drohen weitere Opfer hinab zu ziehen. Mit unvorstellbaren Milliardensummen werden Euro-Schutzschirme aufgespannt und zugleich kaputtgeredet. Die Notenpressen beiderseits des Atlantik drucken im Dreischichtbetrieb mit der Rettung von heute die gefährliche Inflation von morgen. Die arabische Welt brennt, NATO-Flugzeuge bomben geisteskranke Diktatoren nieder, auch in Spanien demonstriert die Jugend wochenlang gegen Arbeitslosigkeit und Lebensdiebstahl. Die Wirtschaftsmacht Japan erleidet einen von der Welt weitgehend ignorierten Supergau. Der oberste Banker der Welt hinterlässt Spermaspuren auf zufällig eintretenden Zimmermädchen. Die steirische Eiche hat ein uneheliches Kind, dafür keine Ehefrau mehr. Ein Darmkeim rafft ausgerechnet Bio-Käufer dahin. Man könnte meinen, die Welt zerbricht.

Jetzt schlägt die Stunde des terrible simplificateur[1], des – frei übersetzt – teuflischen Vereinfachers. Er hört hierzulande auf den einprägsamen Vornamen „Hazeh“ und tut mit Erfolg so, als würde er einer ernstzunehmenden Partei mit kompetenten Persönlichkeiten und einem zukunftsträchtigen Programm vorstehen. Dieser Eindruck ist ebenso falsch wie die Zähne, die Hazeh in seinem Zivilberuf angefertigt hat. Er schrumpft die Komplexität der Welt zu einer monochromen Miniatur, einem Gedankenhäppchen für seine Zielgruppe, die geistig und auch sonst mittellos in der Unterschicht auf den Tag der Befreiung lauert. Seine teuflisch einfachen Botschaften dringen durch den Gehörgang direkt ins Stammhirn, wo die primitiven Reflexe wohnen. Seine Argumente wirken wie ein Schlangenbiss: Das Opfer in die Hand zu beißen, ist für die Schlange ganz einfach; aber bis in einer höchst komplizierten Rettungskette das Gegengift vom Kühlschrank mittels Hubschrauber am Unfallort eintrifft, ist der Gebissene meist nicht mehr ansprechbar. Die EU kostet uns Geld? Wir treten aus! Die Ausländer nehmen den braven Österreichern die Jobs weg? Weg mit ihnen! Der Euro kriselt? Her mit dem guten, alten Schilling! Bis das seriöse Gegenargument bei dem mit politischer Dummheit Vergifteten ankommt, kann oft nur mehr der Hirntod festgestellt werden.

Vincent van Gogh, Karren mit rotbraunem Ochsen, 1884 (Foto: Wikimedia Commons)

Nun haben sich also die Regierungsparteien in der kräftigen Luft des Semmering dazu aufgemandelt, Hazeh seine Grenzen aufzuzeigen. Sachdienlich wären dabei Hinweise auf das politische Umfeld, in dem Herr Strache sozialisiert wurde – und in dem er sich heute noch befindet. Seine diversen, mit Fotodokumenten sattsam belegten Wehrsportübungen und seine seltsame Art, drei Bier zu bestellen, haben ja bereits ausreichend für sympathisierendes Gelächter an den Stammtischen gesorgt. Aber dass die einschlägig berüchtigte Nationalratsabgeordnete Susanne Winter („Mohammed wäre im heutigen System ein Kinderschänder“) auf Facebook mit dem eindeutig zuordenbaren „Nationalen Versandhaus“ (verkauft beispielsweise Straßenschilder mit der Aufschrift „Wolfsschanze“) und einigen anderen befremdlichen Figuren (siehe auch http://baweko.wordpress.com) befreundet ist, zeugt von Unbelehrbarkeit – zumal sie bereits wegen Verhetzung rechtskräftig verurteilt ist. Ein Schicksal, das nun auch den steirischen FPÖ-Vorsitzenden und Landesrat Gerhard Kurzmann wegen des Computerspiels „Moschee baba“ ereilen könnte, bei dem Minarette und Muezzins „weggeklickt“ werden konnten. Zur Moorhuhnjagd fehlte nur das Fadenkreuz. Bereits zurückgetreten ist der Kärntner Gemeinderat Gerry Leitmann: Er hatte sich den Hitlerjugend-Leitspruch „Blut und Ehre“ in altdeutschen Lettern auf den rechten Unterarm tätowieren lassen und war nun ganz verwundert über die Woge der politischen Entrüstung: „Ich habe nie einen nationalsozialistischen Gedanken gehabt, als ich es 2007 stechen ließ. Ich habe nicht einmal gewusst, wofür Blut und Ehre stehen, da es persönliche Hintergründe waren, die mich darauf brachten.“ Die zu erfahren, wäre eigentlich auch aufschlussreich.

Diese verhaltensauffälligen Sonderlinge müssen von Ämtern, in denen sie ernsthaften Schaden anrichten können, ferngehalten werden – nicht nur ihrer politischen Ausrichtung wegen, sondern weil sie intellektuell ungeeignet sind für die Führung eines Staates. Diese aktive Ausgrenzung funktioniert in Demokratien nicht mit Ignoranz und Gesprächsverweigerung, sondern mit der Kraft der Sprache, der Macht des besseren politischen Arguments, in der persönlichen verbalen Auseinandersetzung. Sich dem zu stellen, ist die hehrste Aufgabe der auch nicht auf der Höhe befindlichen, aber in ihren schlimmsten Stunden noch in einer völlig anderen Liga spielenden „staatstragenden“ Parteien ÖVP und SPÖ. Wenn sie sich diesem Auftrag aus Blödheit oder Feigheit oder Unverständnis (vgl. Andreas Treichl, 2011) nicht stellen, wird ihnen „der Hazeh“ bald den Karren unterm Hintern wegziehen.


[1] Den Begriff prägte der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt in einem Brief an Friedrich von Preen vom 24. Juli 1889.

Post

Lobnix bei den Demokraten

In Artikel am 3. Mai 2011 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: ,

Kakanig, im Mai 2011 – Ganz Ösien ist von den Demokraten besetzt… Ganz Ösien? Nein! Ein von freiheitlichen Kakaniern bevölkertes Land hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die demokratischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern von Virunum, Teurnia und Gurina liegen…

Viele Jahre hat sich Lobnix als kleiner Steuereintreiber durchschlagen müssen, obwohl er doch zu so viel Höherem berufen war. Erst die wilden Kakanier mit den brutalen Brüdern an der Spitze erkannten seine wahren Qualitäten – und gaben ihm endlich die Macht, auf die er so lange hatte warten müssen. Jetzt ist Lobnix der erste Mann im Landtag von Kakanig, und die widerlichen Demokraten mit ihren verweichlichten Ritualen haben nichts zu lachen: Lobnix führt seine Geschäfte mit strenger Hand, bei Landtagssitzungen immer bereit, als oberster Schiedsrichter für einen Redner Partei zu ergreifen – vorausgesetzt, er gehört der seinen an.

Dabei schreckt der Träger des kakanischen Landesordens in Gold nicht davor zurück, trittsicher Neuland im politischen Selbstverständnis zu betreten und die Tore zu ungeahnten Denkansätzen aufzustoßen. „Nicht alles, was gerichtlich und strafrechtlich verfolgbar ist, muss politisch verwerflich sein“, sinnierte er kürzlich bei einer Veranstaltung vor der erstaunten ösischen Justizministerin. Auf Nachfragen erklärte Lobnix gar, es gehe ihm um „Grenzziehungen, wie es in der Praxis abläuft“. Das sagt viel, vor allem über die Praxis in einer Partei, in der fast alles „part of the game“ ist, solange man nur „zuwekommt“.

Als Reaktion auf die Aussagen Lobnix‘ ist vieles angebracht, nur nicht Verwunderung: Schon seit Jahren macht der Mann den kakanischen Landtag völlig ungeniert zur Vorfeldorganisation der Landesregierung, und Gewaltenteilung ist für ihn eine Sache unter Brüdern. Dabei war Lobnix mit guten Vorsätzen angetreten: „Ich glaube, dass der Erste Präsident ein sehr ehrwürdiges Amt hat. Diesem Amt gerecht zu werden, heißt für mich, überparteilich zu arbeiten und das Amt unparteiisch auszuüben. Ich glaube, dass ich schon die Fähigkeit haben werde, das ausgleichende Element zu sein.“, schwadronierte er gegenüber dem ORF bei seiner Amtsübernahme im Dezember 2006.

Seine erste große Stunde schlug im Juni 2009, als er die traditionelle Budgetdebatte mit den Worten unterschlug: „Die Generaldebatte ist eröffnet, es liegt keine Wortmeldung vor, die Generaldebatte ist geschlossen.“ Die Empörung war groß, ganz im Gegensatz zu seinem Verantwortungsgefühl für die Gepflogenheiten des Landtags: „Ich warte nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag.“ Es sei nicht der Präsident verantwortlich, wenn keine Wortmeldung da ist. Er habe geschäftsordnungskonform gehandelt, beschied der gestrenge Lobnix die Kleine Zeitung auf Nachfrage abschlägig.

Quelle: k2020.at

Ebenfalls im Juni 2009 ergab sich für den strammen Politiker aus Unterkakanig die Gelegenheit, es den Gutmenschen so richtig zu zeigen. Die Kärntner Konsensgruppe, bestehend aus den ehemaligen verfeindeten Heimatdienstlern und Vertretern der Kärntner Slowenen, sollte für ihre Bemühungen um den Dialog vom europäischen Parlament  ausgezeichnet werden. Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Miguel Angel Martinez, wollte eigens anreisen und der Konsensgruppe im Wappensaal des Landtags als einziger österreichischer Organisation den neu geschaffenen „Europäischen Bürgerpreis“ verleihen. „KNIF“, rief Lobnix, kommt nicht in Frage: „Im Wappensaal soll nicht jede Veranstaltung stattfinden können. Dieser Ort ist ein würdiger Ort und soll auch ein solcher bleiben“, phantasierte Lobnix damals gegenüber dem Ösischen Rundfunk.  Der Wappensaal blieb zugesperrt, der Vizepräsident musste seinen Preis anderswo überreichen.

Für spätere Fotoshootings für Parteiplakate war Lobnix der Wappensaal dann allerdings nicht zu schade. Wenig empfindlich mit der Überlassung von Räumlichkeiten war der besorgte hohe Hausmeister dann auch im Oktober 2009, als er dem Fotografen Wolfgang Bogner das Landhaus überließ für eine Fotoausstellung über Nordkorea. Der ORF Kärnten erinnert sich digital: „Für Aufregung sorgte vor allem die Einladung, die vom Landtagsamt verschickt wurde. Darin beschreibt der Fotograf Nordkorea unter anderem als ‚blitzsauberes Land ohne Ausländer, Asylanten, Gesindel, Arbeitslose und Bettler auf den Straßen‘. Zum Beispiel: ‚Die Hauptstadt präsentiert sich blitzsauber, die Leute tragen tadellose Kleidung, das Essen schmeckt und von der vielzitierten Hungersnot habe er, Bogner, weit und breit nichts gemerkt‘, schreibt Bogner. Und weiter: ‚Außer einer winzigen Minderheit von einem Prozent Chinesen gibt es keine Ausländer, somit auch keine Asylanten, man sieht keinerlei Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkenen.‘“

Der heutige EU-Mandatar und Korea-Experte Hubert Pirker wunderte sich schon damals: „Überrascht war ich über die Aussage des Herrn Präsidenten, dass Herr Bogner mit dieser Ausstellung versuchen wird, das Bild über das Land Nordkorea zurechtzurücken und zu zeigen, dass es dort Heimattreue gibt, dass es keine Asylanten und keine Ausländer gibt, dass die Situation in Ordnung ist. Das ist beileibe nicht der Fall. Die Realität ist viel mehr, dass das Land der letzte kommunistische Gulag ist.“

Gestärkt vom Zuspruch zu seiner eleganten Amtsführung sah sich Lobnix dann 2010 endlich wieder am Drücker: Eine von der SPÖ eingeforderte Sondersitzung des Landtages zum Budget 2011 setzte Lobnix kurzerhand an einem Mittwochabend im Anschluss an den Hypo-U-Ausschuss an. Übers Budget wurde also in den frühen Morgenstunden debattiert, SPÖ-Klubchef Reinhart Rohr ortete einen „demokratiepolitischen Skandal“, weiß Krone.at. Damit bewies Lobnix aufs Neue seine Vorliebe für dunkle Aktionen: Schon 2009 hatte er die unverschämte Erhöhung  der Parteienförderung um fünf Millionen Euro im Schutz der Nacht und der leeren Zuschauertribüne beschließen lassen.

„Ich bin überzeugt, dass kein einziger Abgeordneter an mir irgendetwas feststellen wird, das anrüchig oder beleidigend war – das ist nicht meine Art“, so Lobnig laut ORF bei seiner Amtsübernahme 2006. Und jetzt – Kritik?

Die spinnen, die Demokraten!

 

Post

Krisenmanager (m/w)

In Artikel am 21. März 2011 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: , , ,

Kakanig, im März 2011. Die Politik ist empört – und zutiefst erleichtert: Endlich sind in den Fluten der Wikileaks-Enthüllungen Dokumente aufgetaucht, die den wilden Süden Ösiens der internationalen Bedeutungslosigkeit entreißen. Laut Geheimdokumenten der Nachrichtendienste drohen die teils blutigen Unruhen im Norden Afrikas nun auch auf diesen Landstrich überzugreifen, der mit dem Gaddafi-Clan seit Jahren eng verbunden ist. Der hitzige Protest liegt den für ihre melancholischen Gesänge bekannten Kakaniern allerdings nicht: Informant Orang Utnig meldet, dass dennoch angesichts des verbreiteten Volkszorns gegen das Regime vereinzelt geballte Fäuste in Hosentaschen vermutet werden.

C O N F I D E N T I A L WIN 0815

SIPDIP
DEPARTMENT FOR EUR/ERA
E.O. 18958: DECL: 07/25/2021
TAGS: PGOV PREL EUN KAK IC AU
SUBJECT: OESIA/KAKANIG: POLITICAL DESTABILIZATION
REF: A. 07/02/09 EUR/ERA
Classified by: Oig

Der wachsende Unmut der Bevölkerung richtet sich gegen den seit Jahren andauernden wirtschaftlichen und moralischen Niedergang des ehemals blühenden Landes. Ansammlungen von potentiellen Demonstranten konnten bisher durch die Ausgabe von Getränkegutscheinen in jeweils umliegende Gasthäuser zerstreut werden.  Ein Parteichef und Provinzminister steht vor der Anklage wegen des Verdachts der Korruption, gegen einen weiteren wird wegen illegaler Parteienfinanzierung ermittelt. Einer der bisher größten Kriminalfälle der ösischen Wirtschaftsgeschichte, die in der staatlichen Übernahme endende Pleite der einst stolzen Landesbank von Kakanig, droht trotz eines Milliardenschadens immer mehr im Sande zu verlaufen, während die Beteiligten mit den Taschen voller Geld unbehelligt davonzukommen scheinen.

Deshalb verliert auch die Justiz zunehmend den Rückhalt in der Bevölkerung: Sie ist zwar in der Lage, Falschparker und Zechpreller mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen, zur Verteidigung von Anstand und Ordnung in der Politik und politiknahen Organisationen fehlen ihr aber Mut, Macht und Moneten. Wo das Land etwas zu sagen hat, herrscht inzwischen blanke Günstlings-, Vettern- und Parteibuchwirtschaft, und während den kleinen Beamten aufgrund spektakulärer Leere in den Landeskassen die Löhne, das Fahrtengeld und die Reisekostenersätze zusammengekürzt werden, genehmigt sich die Politikerkaste nach wie vor satte Gehälter, hohe Zulagen und fette Spesenkonten. Deshalb hat man sich ja schließlich vor einiger Zeit einen tiefen Griff in den Steuertopf gegönnt – die Erhöhung der Parteienfinanzierung wurde nach monatelangen öffentlichen Protesten zwar zurückgenommen, die Verdoppelung der Finanzierung für die Landtagsklubs aber stillschweigend eingestreift: Ist der Ruf einmal ruiniert, kassiert es sich ganz ungeniert.

Zentrum der stillen Proteste ist die Landeshauptstadt, die seit Jahren an einem ungenutzten Fußballstadion und einem in die Regionalliga abgestiegenen Klub finanziell verblutet: 250.000 Euronen im Monat kostet laut der „Großen Zeitung“, dem letzten halbwegs unabhängigen Medium der Provinz, die Miete für ungenutzte Oberränge und leere Sessel, weil die Arena wegen bürokratischer Schlamperei die meiste Zeit geschlossen ist. Millionen an öffentlichem Geld flossen an den in der sportlichen Bedeutungslosigkeit versunkenen dazugehörigen Fußballklub. Mittlerweile kann die Stadtverwaltung nicht einmal mehr einfache Aufgaben wie die Parkraumbewirtschaftung ohne Verluste und Gerichte zu bewältigen. Angesichts dieser Zustände hat sich das seit bald zwei Jahren – theoretisch – amtierende Stadtoberhaupt von der Ausübung der politischen Geschäfte zurückgezogen und beschränkt sich auf die Gratulation bei Seniorengeburtstagen und die feiertägliche Unterhaltung des Publikums mit volkstümlichen Gesangseinlagen.

Nun haben sich die Regimekritiker angesichts der explodierenden Unzufriedenheit mit dem politischen Personal zu einem unorthodoxen Schritt durchgerungen: Sie wollen per Inserat in internationalen Medien aktiv nach Persönlichkeiten suchen, die die menschlichen und fachlichen Voraussetzungen mitbringen, um die wichtigsten Funktionen des Landes zu bekleiden – anstatt den Bürgern das letzte Hemd auszuziehen.

Gesucht: Politische Führungspersönlichkeiten für wunderschönen Krisenherd

Wir, die reformorientierten Bürger Kakanigs, haben Verständnis dafür, dass sich beim momentanen Ruf der Politik im Allgemeinen und jenem der Provinz Kakanig im Besonderen kein vernunftbegabter Mensch von Rang und Namen findet, der sich politische Verantwortung antun will. Das Land ist hoch verschuldet, unsere Bank notverstaatlicht, und gegen die Spitzen der Landespolitik ermittelt die Justiz wegen Korruption und illegaler Parteienfinanzierung.

Wir appellieren daher an das Ehrgefühl und den Patriotismus auch – und besonders – jener Frauen und Männer, die ihr Glück außerhalb von Kakanig gesucht und gefunden haben: Kehrt zurück aus Sorge um die Heimat und bringt euch ein, bevor Kakanig politisch und moralisch endgültig zum Balkan Ösiens wird.

Wir erwarten gefestigte Persönlichkeiten ohne (übermäßiges) Vorstrafenregister mit einer für hohe öffentliche Ämter nicht von vornherein indiskutablen Berufslaufbahn, einem Mindestmaß an Bildung und Intellekt und einem zumindest bei gutem Willen erkennbaren Sinn für das Gemeinwohl. Wir bieten eine für die Maßstäbe Kakanigs exzellente Bezahlung und stellen im Erfolgsfall eine mindestens ebenso verklärte Verehrung in Aussicht wie für jenen, der mit seinem Auto wie die Sonne vom Himmel gefallen ist.

 Aussagekräftige Bewerbungen bitte unter der Chiffre „Blut, Schweiß und Tränen“ an den Verlag.

Post

Leitkultur, Leidkultur, Neidkultur?

In Artikel am 21. Dezember 2010 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: , , ,

 

Die breitschultrigen Bajuwaren haben es den schmalbrüstigen Ösiern wieder einmal vorgetanzt und den Begriff der deutschen Leitkultur aus den Herrgottswinkeln hervorgekramt, um damit die Antichristen aus dem Land zu jagen. Jetzt ist nicht nur die germanische Nachkriegslebenslüge der Multikulti-Gesellschaft zusammen-, sondern auch eine ösische Debatte aufgebrochen, die rund um den National- bzw. Staatsfeiertag – nicht einmal darauf kann man sich in Ösien einigen – zeitgerecht tobte: Was könnte das denn sein, eine ösische Leitkultur?

Je nach Veranlagung fallen der klugen Ösierin und dem feschen Ösier sofort die Lippizaner der Wiener Hofreitschule oder die Salzburger Mozartkugeln ein; samt Staatsoper, Burgtheater und Musikverein – und allem, was darin gespielt, gesungen und musiziert wird – zweifelsohne hochkultur-, aber deshalb noch nicht leitkulturtauglich. Zu diesem breiten Anspruch passt doch besser der Peter Rosegger (eigentlich: Roßegger), der es vom Waldbauernbub bis fast zum Literaturnobelpreisträger gebracht hat. Oder die für die Landesgröße beachtliche Zahl an wahren Größen der U-Musik, von Wolferl Ambros bis Rainhard Fendrich, von Falco bis Georg Danzer, von Stephanie Werger bis Peter Cornelius, von Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz (STS) über Hubert von Goisern bis zu Opus, deren einziger Megahit „Live is Life“ bis heute glüht und seine Erschaffer wärmt.

A3, wohlklingender Patriotismus von 1997 bis 2006: Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut.

Wer sich dem Konzentrat  „Austria 3“ einen verregneten Sonntagnachmittag lang hingibt, ist nach der „Kinettn wo i schlof“, „I bin a Kniera“, „Tango korrupti“, dem „Vorstadt-Casanova“, dem „alten Wessely“, „Ruaf mi ned au“ und „I am from Austria“ nicht mehr derselbe schluchtenscheißende Ignorant wie vorher und spürt eine Ahnung in sich, wie man sich denn der ösischen Leitkultur annähern könnte, ohne deshalb allzuweit politisch nach rechts und historisch nach hinten auszuholen. Die Dosis der Ahnung ist angesichts der Fülle an Liedgut dieser Ausnahmekünstler beliebig steigerbar, und dass Georg Danzer schon 2007 vorausgegangen ist und jetzt in der allerhöchsten Liga singt, macht die Last der Erkenntnis auch nicht leichter, bis seine weißen Pferde in den ersten eigenen Regentropfen verschwimmen.

Weniger tränenreich, dafür imageprägend eröffnet sich der ösischen Seele wohl die Leidkultur, hoch entwickelt angesichts der großen Tradition des Verlusts: Zuerst vergingen Monarch und Monarchie, für viele damit auch Bürger- und Wohlstand; alte Ordnungen verblassten, ohne neue erstehen zu lassen; dann verlor Ösien den zweiten Krieg, dessen erstes Opfer es im Nachhinein gewesen sein wollte. Das Larmoyante, das dem Ösier anhaftet wie das Pedantische dem Preußen, ist aber ein Kind der Ebene: Es wuchs in Wien auf, dieser für den bergigen Rest Ösiens viel zu großen und fernen Reichsmetropole in den zugigen Tiefen Pannoniens; nicht in den stolzen Alpentälern, wo die Sprache knapp und das Jammern fremd ist.

Als sich nach dem Abschluss des Staatsvertrags endlich doch ein Licht am Ende des Tunnels zeigte, ging die östliche Leid- langsam in die bis heute anhaltende Neidkultur über. Denn wenn es auch in Ösien im Winter kalt und finster ist wie in Skandinavien, ist der Menschenschlag doch ein ganz anderer. Würden in Ösien alle Einkommen im Internet veröffentlicht, wie das in Norwegen jährlich in der skattelister (Steuerliste) geschieht, würden nicht nur sofort die jeweiligen Internet-Server zusammenbrechen, sondern auch jede Menge bis dahin gutnachbar- oder gar freundschaftlicher Beziehungen. Auch die ösischen Politiker müssten den Tag der Veröffentlichung fürchten, ganz im Gegensatz zu den norwegischen Kollegen: Premierminister Jens Stoltenberg verdiente 2008 137.000 Euro, der ösische Bundeskanzler räumt rund 290.000 Euro brutto im Jahr ab. Um einen politischen Leistungslohn kann es sich nicht handeln: Ösien verzeichnet aktuell einen Schuldenstand von mehr als 190 Milliarden Euro, das bedeutet ca. 25.500 Euro Schulden pro Kopf. Norwegen hat 41.000 Euro pro Kopf – allerdings Guthaben, denn seit gut zehn Jahren gibt es keine Schulden mehr, und die Überschüsse fließen in einen Pensionstopf.

Auch das wäre eine gute Leitkultur – für ganz Europa.

Post

Eil-Depesche: Sieg der Staatsgewalt

In Artikel am 7. Oktober 2010 von wortwerk

Im Kampf gegen eine extrem gefährliche kosovarische Terrorzelle – auch bekannt unter dem Decknamen „Familie“ – kann die Wiener Polizei einen entscheidender Durchbruch vermelden: In den frühen Morgenstunden ist es einem Dutzend schwer bewaffneter Exekutivbeamter gelungen, zwei neunjährige Mädchen zu verhaften und in Schubhaft zu nehmen. Eine besondere Rolle spielte dabei ein undercover ermittelnder, als Unterstandsloser verkleideter Fremdenpolizist, der durch sein bestimmtes Auftreten gegenüber Anwältinnen, Journalisten und anderem Gesindel – pardon, Schaulustigen den Erfolg der großangelegten Amtshandlung erst möglich gemacht und damit der Staatsgewalt im Kampf gegen bedrohliche ausländische Elemente zum Sieg verholfen hat. Alle offiziellen staatlichen Stellen Ösiens haben den Einsatz gewürdigt, die mutigen Beamten werden in Kürze mit der Kottan-Spange für besondere Verdienste um die innere Sicherheit Ösiens ausgezeichnet.

Machen Sie sich selbst ein Bild vom heldenhaften Eingreifen der ösischen Exekutive.

Post

Das Ende der Politik(er)

In Artikel am 22. September 2010 von wortwerk Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Stellen wir auf Anfang: Es war einmal ein Dorf – zur Abwechslung kein gallisches –und mit der Zahl der Köpfe wuchsen nicht nur die Probleme, sondern auch der kollektive Verstand. Irgendwann erkannten die Bürger, dass gewisse Aufgaben besser zentral zu erledigen wären als von jedem Einzelnen: Verhandlungen mit potentiellen Plünderern, Straßenbau (nein, das ist nicht dasselbe), Wasserversorgung, später Müllabfuhr, Kanal, Kläranlagen und Fernwärme, Kinder-, Alten- und dazwischen Gesundheitsversorgung, bis hin zur Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit. Dazu wählte das Dorf einen soliden Bürgermeister, der sollte nach bestem Wissen und Gewissen die Gemeinschaftsaufgaben unter der strengen Aufsicht des Volkes erledigen und wurde dafür von allen gemeinsam durchgefüttert. Ein neuer, anfänglich ehrenwerter Berufsstand war geboren: der Politiker.

Was so märchenhaft begann, hat sich mittlerweile in fast allen zivilisierten Ländern zu einem Alptraum ausgewachsen. Kaum entstanden, vermehrten sich die Politiker wie Gremlins unter der Dusche; Legionen, Kohorten, Manipeln und Centurien vom Gemeindeparteiobmann bis zum Bundespräsidenten haben sich seitdem in unseren Gesellschaften eingenistet und unter Schmerzen – nämlich unseren – Heerscharen von öffentlich Bediensteten und einen undurchdringlichen Dschungel an öffentlichen  Vereinen, Institutionen und Firmen geboren. In Summe kostet dieses größenwahnsinnig gewordene politische System jede erfolgreiche Ösierin und jeden schönen Ösier mehr als 40 Prozent ihres bzw. seines Einkommens: Bis 28. Juli haben sie heuer nur für einen wild wuchernden Staatsapparat gearbeitet.

Denn von den ehemals eisernen Grundsätzen der k.u.k.-Beamtenschaft wie der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit ist der Politiker 2.0 so weit entfernt wie das i-Phone von der Brieftaube. Der rechtschaffene, um das Gemeinwohl bemühte Dorfbürgermeister ist zum gierigen Kommunalparasiten mutiert, getrieben vom Druck der Wiederwahl, gehetzt von Meinungsumfragen, gejagt von Medienvertretern und gestellt auf der grell ausgeleuchteten Bühne der Eitelkeiten, auf der auch das kleinste Privatleben eine große Rolle spielt. Da sind keine Vaterfiguren vom Format eines Raab (Julius, nicht Stefan!) und Adenauer mehr, denen man bedenkenlos sein Schicksal anvertrauen könnte im Wissen um ihre unumstößliche moralische Integrität und ihr ehrliches Schaffen für ein besseres Leben der Bürgerinnen und Bürger; an ihrer Stelle haben sich ganze Horden von selbstverliebten Politik-Darstellern der Politik bemächtigt, ohne Gemeinsinn, häufig für ihr Amt fachlich und persönlich minderqualifiziert, dazu oft ökonomisch abhängig und charakterlich volatil bis zur Selbstverleugnung.

Die Folge: Kaum ein politisches Handlungsfeld, das nicht lichterloh in Flammen steht. Das Gesundheitssystem verschlingt Milliarden, die keinem Patienten zugute kommen; der Bildungssektor zwischen Uralt-Schulformen, Uni-Niedergang und den Beharrungsweltmeistern der Lehrergewerkschaft ist ein offenbar unlöschbarer Brandherd; die ohnehin kaum mehr existente Landesverteidigung wird endgültig zur Lachnummer; die Mitverursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise sind nicht nur immer noch auf freiem Fuß, sondern auch immer noch bestens bei Kasse; ein unsäglich missbrauchter Föderalismus bremst und kostet gleichzeitig; und auf die beängstigende demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das staatliche Pensionssystem in 20 oder 30 Jahren haben die Politiker überhaupt keine Antworten; ja noch nicht einmal ein fristgerecht vorgelegtes Budget für 2011.

Als wäre diese Schreckensbilanz nicht genug, verplempern unfähige Politiker und die von ihnen eingesetzten Managergünstlinge ungestraft weitere Millionen und Milliarden des Steuerzahlers: Bei der Hypobank in Kakanig, bei irren Veranlagungsabenteuern der ÖBB oder der Wohnbauförderung in Niederösien, beim Skylink am Flughafen der Bundeshauptstadt , bei Millionengagen für unnütze Verstaatlichtenchefs und dubiose Berater von der Buwog über die ÖBB bis zur Telekom – ernsthaft zur Verantwortung gezogen wird dafür niemand, von Schadenersatz für den Steuerzahler ganz zu schweigen. Und trotz einer Abgabenquote, die den Tatbestand des öffentlich legitimierten Diebstahls erfüllt, und der grob fahrlässigen Massenvernichtung öffentlicher Mittel trauen sich Politiker, das Reizwort von den „neuen Steuern“ für die ohnehin Bestohlenen in den Mund zu nehmen.

Das Volk hat die Kontrolle über die von ihm Gewählten verloren. Auch bei der Wahl hat der Bürger keine Wahl. Der Dorfbürgermeister ist tot, seine Erben verjuxen die Werte der Vergangenheit, materielle wie moralische. Das ist das Ende der Politiker – und vielleicht sogar der Politik.

Post

Brief eines ösischen Steuerzahlers

In Artikel am 28. Mai 2010 von wortwerk

Betreff: Kündigung                                                                  ___________  Kakanig, Juni 2010

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Finanzminister, sehr geehrter Herr Kommissionspräsident der Europäischen Union!

Als Steuerzahler der Republik Ösien sehe ich mich nach den Vorfällen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte veranlasst, Ihnen mein Missfallen und Misstrauen bezüglich der Verwaltung der Ihnen von mir im Wege der Steuerpflicht zur Verfügung gestellten Finanzmittel auszusprechen.

Zum einen bringe ich keinerlei Verständnis dafür auf, dass Sie mit meinem Geld den Bankensektor vor dem Tsunami der von ihm ganz allein verursachten globalen Finanz- und der darauf folgenden Wirtschaftskrise schützen, ohne gleichzeitig die Zuständigen, Verantwortlichen und Schuldigen mit aller Härte des Gesetzes – mit der sonst jeder Falschparker rechnen muss – zur Verantwortung zu ziehen. Vermutlich aufgrund des effizienten Lobbyings der betroffenen Branche haben Sie es sträflich verabsäumt, umgehend ein Regelwerk zu erlassen, das die Wiederholung einer solchen verbrecherischen Bereicherung Einzelner bzw. anonymer Fonds auf Kosten der wehrlosen Allgemeinheit wirksam verhindert und eine angemessene Teilhabe der Gesellschaft an dieser Erwerbsform (=Transaktionssteuer) sicherstellt. Sie haben damit die Sorgfaltspflicht, die Sie als Politiker für die Verwaltung unserer Steuerzahlergelder übernommen haben, grob vernachlässigt.

Die Folgen Ihrer Uneinigkeit und Untätigkeit: Kaum ein Jahr nach der tiefsten Krise seit dem letzten Weltkrieg fliegen schon wieder dubiose Spekulationen auf, wölben sich wieder mit Konjunkturgift gefüllte Blasen in Bankenportfolios, stecken wieder namenlose Fondsverwalter und Bankmanager Milliardenboni ein, als wäre dieses Kapital-Verbrechen an der Weltwirtschaft und den bestohlenen Steuerzahlern nie geschehen. Noch ballen sie ihre Fäuste nur in der Hosentasche.

In dunklen Kanälen verschwindet das Geld der ösischen Steuerzahler, um bei den Banken und Rüstungskonzernen Europas wieder aufzutauchen. Foto: PS

In dunklen Kanälen verschwindet das Geld der ösischen Steuerzahler, um bei den Banken und Rüstungskonzernen Europas wieder aufzutauchen.

Zum anderen verläuft die griechische Tragödie nach demselben Muster: Sie werfen neuerlich mit dem Geld anderer Leute um sich (das diese – da es sich um Kredite handelt – genau genommen erst verdienen müssen) und überweisen es unter vagen Verweisen auf künftige Rückzahlungen an die lebenslustigen, streikfreudigen und dennoch oder gerade deshalb sehr früh pensionsreifen Griechen. Die können damit den Staatsbankrott abwenden und ihre Bankschulden bedienen, womit das, was von unserem Steuerzahlergeld ohnehin nie übrig war, nun auch noch auf den Konten der Millionäre und Milliardäre in den Chefetagen der Banken und Fonds landet.

Zum dritten wollen Sie nun weitere 750 Milliarden Euro bereitstellen, um sie notfalls auch noch den Piraten der Finanzmärkte in den unersättlichen Gierschlund zu werfen. Transaction completed. Banken reich, Fonds steinreich, Bürger arm. Aber Sanktionen gegen Griechenland wegen vorsätzlicher Vertuschung des Finanzdesasters sind Ihnen keine eingefallen, auch nicht gegen jene EU-Politiker und -Beamten, die das bankrotte Land entgegen den klaren Konvergenzkriterien in die Währungsunion aufgenommen haben. Ebenso wenig haben Sie jene gewissenlosen Diebe, die sich in ihrer maßlosen Gier noch damit brüsten, gegen Staaten, Währungen, Grundnahrungsmittel und damit gegen die Lebensinteressen der Menschen unserer Gemeinschaft und der ganzen Welt zu spekulieren, wegen gesellschaftsschädigenden Verhaltens eingesperrt oder international zur Verhaftung ausgeschrieben und ihre europäischen Besitztümer zum Wohle der von ihnen Geschädigten enteignet.

Forderungen, ihre Spekulantenköpfe an langen Stangen auf den internationalen Börseplätzen zur Schau zu stellen, sind selbstverständlich als menschenverachtend zurückzuweisen. Doch das Verständnis für derartige Wünsche wächst, wenn aufgrund dieses wohl größten systematischen Raubzugs der Weltgeschichte just im schlimmsten Krisenjahr 2009 die Zahl der weltweiten Milliardäre auf der Forbes-Liste um 200 Personen zugenommen hat, während gleichzeitig allein in Europa 23 Millionen Menschen ohne Arbeit dastehen. Klingelt da gar nichts in Ihrem politischen Selbst-Bewusstsein? Wird schon – spätestens, wenn sich die Fäuste wie in Griechenland nicht mehr nur in der Hosentasche ballen und die ersten Pflastersteine fliegen.

Aus den angeführten Gründen möchte ich als ösischer Steuer- und europäischer Nettozahler zum nächstmöglichen Termin kündigen. Die Verwaltung meiner Steuerzahlungen und Mitgliedsbeiträge durch Sie, sehr geehrte Herren, kann ich mir nicht länger leisten.

Post

Zum Städtele hinaus

In Artikel am 27. April 2010 von wortwerk

 

Der Tag begann für Bürgermeister Scheicher mit einer herben Enttäuschung. Als er frühmorgens vorsichtig und erwartungsvoll die Tür zu seinem Büro öffnete, war es stockfinster. Das lag allerdings nicht am Winter oder an den Fenstern, die im ganzen Rathaus nach den Arenarandalen zum Schutz gegen faule Eier und matschige Tomaten zugemauert worden waren. Nein, die neue Lichttechnik hatte versagt: Obwohl man viele Kubikmeter warmes Sonnenlicht eingefangen, mittels einer Fahrradpumpe verdichtet, in Gasflaschen abgefüllt und am Vorabend im Bürgermeisterbüro wieder ausgelassen hatte, war der Raum kalt und dunkel. Und für diesen Tipp hatte er dem Trainer des Fußballvereins 800.000 Euro bezahlt, ärgerte sich der Bürgermeister. Dafür, dass es nicht funktionierte, wären 500.000 auch genug gewesen.

Strom und Wärme waren Mangelware, seitdem das alte Fernheizkraftwerk mangels Genehmigungen zugesperrt worden war. Das neue Gasdampfkraftwerk war zwar fertig, aber die dafür notwendige Gaspipeline war bisher an den Einsprüchen tausender Bürgerinitiativen gescheitert. Immerhin war der 130 Meter hohe Schlot zur Tourismusattraktion geworden, weil er in Zentralkakanig der einzige Ort war, von dem man den riesigen nutzlosen Betonklotz des Kraftwerks nicht sah. Die Politik nahm’s gelassen, war es doch nicht das erste Kraftwerk in Ösien, das fertiggestellt, aber nie in Betrieb genommen wurde.

In eine Decke gehüllt und bei Kerzenschein widmete sich der Bürgermeister missmutig, doch pflichtbewusst seinen schwierigen Amtsgeschäften. Welches Lied würde er heute Abend  bei seiner täglichen Live-Show im regionalen Kabelfernsehen zum Besten geben? „Muss i denn zum Städtele hinaus“ schien ihm nach reiflicher Überlegung ein wenig übermütig. Vielleicht doch „Hoch auf dem blauen Wagen“? Oder hieß es noch „orange“? Er verschob diese wichtige Entscheidung auf den Nachmittag und eilte zur Mitarbeiterversammlung, die seit einiger Zeit in der Kaffeeküche stattfand. Schließlich kam ja kaum noch ein Beamter ins Rathaus, seitdem sie alle der Reihe nach vom Dienst suspendiert worden waren. Nur der Magistratsdirektor Frust, mit dessen wohlverdienter Zulage der ganze Schlamassel begonnen hatte, besuchte ihn ab und zu. Warum allerdings die Personalkosten explodiert waren, obwohl gar keiner mehr da war, wusste auch er nicht. Dabei hatte sich der Direktor irgendwie verändert, seitdem er immer öfter mit seinem Privathubschrauber ins Büro kam, das mittlerweile den gesamten 1. Stock des Rathauses ausfüllte; aber den Grund der Verwandlung konnte sich der Bürgermeister nicht erklären.

Auch die folgende Sitzung des Stadtsenats heiterte den höchsten Würdenträger der Landeshauptstadt nicht auf. Steinober berichtete davon, dass ihm auf dem Weg zu einem Termin der Schnürsenkel aufgegangen sei; die Grüne Schnulz führte das auf den ungeheuerlichen Zustand von Straßen und Gehwegen zurück. Maria Schwitz erklärte, sie wisse nichts von irgendwelchen Straßen oder Gehwegen, die anderen Mandatare waren schon seit vielen Sitzungen entschuldigt. Angesichts dieses Musterbeispiels konstruktiver sachpolitischer Zusammenarbeit im Interesse der Bürger spürte der Bürgermeister einen leichten Anflug von Müdigkeit.

In den unterirdischen Gängen, die zur verbarrikadierten Tiefgarage führten, hörte er schwach die Sprechchöre der aufgebrachten Menschenmenge auf dem Platz rund um den Schwindwurm. Solange sie sich nicht benehmen, können sie noch lange auf die nächste Wahl warten, dachte sich der Bürgermeister, während er sich – wie jeden Tag – unter schwerer Bewachung zum Stadion chauffieren ließ. Nur hier fühlte er sich bei langen, einsamen Spaziergängen durch die immer noch geleasten Sitzreihen der Oberränge, die menschenleeren, unfertigen Katakomben des Sportparks oder auf dem braunen, vertrockneten Spielfeld wirklich wohl. Von der Bürgermeisterloge aus blickte er hinab, hob grüßend die Hände, hörte Schiedsrichterpfiffe, das Johlen der 33.000, sah vor dem inneren Auge den spielerischen Tanz der Mannschaften.

Der donnernde Einschlag der Abrissbirne im Sektor B 19 riss Scheicher aus seinen Tagträumen. Von aufkeimenden Selbstzweifeln befreit machte er sich auf den Weg zurück ins Rathaus. Vielleicht ließ sich das Sonnenlicht doch noch höher verdichten. Dem Trainer würde schon etwas einfallen. Unbewusst summte er die ersten Takte von „Muss i denn, muss i denn, zum Städtele hinaus“.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.